Jeden Tag ein bisschen Wahnsinn.
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geschichten aus dem leben einer fast-fremden

j. ist 1,50 groß und hat einen taillienumfang von ungefähr 200 cm. sie ist eine gläubige capverdianerin, hart arbeitende frau, stolze mutter von 10 (!) kindern, alle von 3 verschiedenen vätern, liebevolle alles vergebende ehefrau und einfach nur durchgeknallt.


in ihrem besitz ein großes haus mit mehreren wohnungen, vermietet sie alle flächen im haus, inklusive ihrer eigenen bude. hockt mit mann und kindern im keller. wie es sein kann, dass das jugendamt ihr noch nicht alle mutterrechte entzogen hat, keine ahnung. spricht kaum eine sprache, die wir verstehen, ist aber die, die am lautesten schreit, wenn ihr was nicht passt.
ihr mann, ein arbeitsloser und trinkender psychopath, der fürs babysitten seiner eigenen kinder jeden monat 800 euro von ihr abknöpft, hatte vor ein paar jahren versucht, sie umzubringen, indem er ein topf kochendes wasser über sie goss. sie kam mit schweren verbrennungen ins krankenhaus, er ins gefängnis.


während er seine 4 jahre absaß, besuchte sie ihn regelmäßig und brachte die kinder zu ihm, damit sie mit "vater" in kontakt bleiben.
alle dachten, sie würde ihn verlassen, doch als er wieder auf freiem fuß war, holte sie ihn wieder nach hause, und sie wurden die glückliche perfekte familie, wie vor der eben geschilderten horrorgeschichte (wer den sarkasmus nicht mitbekommen hat: wie kann nur alles ok sein, wenn dein mann versucht hat, dich umzubringen?)


vor ein paar tagen entscheiden sie, in urlaub zu fahren. nach spanien. mit den 4 kindern, die noch zu hause leben. als sie dort ankommen, fängt j.s mann wieder an, ihr zu drohen, er werde ihr den kopf abschneiden. dann nimmt er das auto und ist wieder weg nach hause. inzwischen ist j. bei der spanischen polizei, um ihren mann anzuzeigen. die spanischen behörden setzten sich mit unserer polizei in verbindung, und diese schnappt den verrückten, als er friedlich zu hause fernsieht.


wie es weiter gehen wird, keine ahnung. wahrscheinlich wird er wieder freikommen, und sie nimmt ihn mit nach hause. und so geht das immer weiter, bis die beiden nicht mehr sind. oder bis es ihm einmal tatsächlich gelingt, sie umzubringen.

manchmal treffe ich j. auf der straße. sie lächelt nett und sagt guten tag. ich antworte ihr höflich. wir gehen aneinander vorbei. sie denkt wahrscheinlich darüber nach, wann sie endlich zu hause sein wird, nach dem langen, anstrengenden arbeitstag. ich drehe mich kurz um, und denke darüber nach, wie verschieden unsere leben und unsere werte sind und wie wir trotz allem immer weiter machen müssen, egal was passiert ist, und egal was uns noch bevorsteht.
5.9.08 14:12
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


m...t (8.9.08 07:20)
ist das jetzt eine geschichte aus der realität .. ?
heftig.
davon hört man dann bisweilen in den medien.
und ja - man muß immer weitermachen,
von dort aus, wo man gerade ist.
ich glaube, das das auch sehr viel mit der freiheit im finaziellen bereich zutun hat.
ohne geldbeschaffungssorgen liesse sich vieles einfacher gestalten. einfach so.
oder?


ninkka (8.9.08 11:09)
die geschichte ist echt. die frau ist eine bekannte.
eine fast-fremde, eigentlich.

das mit der freiheit im finanziellen bereich ist eher eine persönliche wahl. es gibt doch auch menschen, denen ist ihre finanzielle lage einfach egal. sie fühlen sich dann auch so ganz wohl. aber was die mehrheit angeht, hast du wahrscheinlich recht.

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